Junge Liberale Bielefeld

Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat, 18.30 Uhr, Kreisgeschäftsstelle, Prinzenstr. 14

19. Mai 2010

JuLis verärgert über Google

Die Jungen Liberalen in Bielefeld reagieren mit Unverständnis auf die neueste Datenpanne beim Internet-Konzern Google. Neben den umstrittenen Hausaufnahmen hatte Google mittels Funkscannern u. a. die genaue Postion von privaten W-Lan-Geräten ermittelt.

“Google hat hier Daten gesammelt, die nichts mit dem eigentlichen Streetview-Projekt zu  tun haben. Datenschutzrechtlich ist der Vorgang hochproblematisch”, äußerte sich Marvin Hartwig, stellv. Kreisvorsitzender der JuLis, zu den jüngsten Vorkommnissen. Desweiteren solle sich der Konzern über eines im Klaren sein:  “Die Bürger sind nicht dumm. Der Programmcode, der zu einer solchen Abfrage persönlicher Daten führt, fließt nicht einfach so in ein derartiges Projekt ein, wie von Google dargestellt. Dazu gehört entweder Schlamperei oder noch schlimmer, Intention”, so der Jungliberale weiter.

Eine Entfernung aller zu Unrecht gesammelten Daten sowie eine lückenlose Aufklärung seien nach Ansicht der JuLis nun unverzichtbar. Auch Großkonzerne stünden nicht über dem Gesetz.

15. Mai 2010

Blog Post: Vorwärts, GenossInnen! – Die Frauenquote als Mittel zur Diskriminierung

Von Sahba Afradi

Die Gleichberechtigung ist wunderbar! Unser Grundgesetz hat dies erkannt und die Förderung sowie die Durchsetzung der Gleichberechtigung zur Aufgabe des Staates gemacht. Doch wie? Frauen haben das Recht, Schulen zu besuchen, über ihre eigene Zukunft zu entscheiden und alle Rechte, die auch ein Mann hat. Da fragt man sich als junger Mensch häufig: Wo ist das Problem? Es gibt an vielen Stellen Zweifel an der Existenz von Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Studien zeigen, dass Frauen durchschnittlich mehr als 20 % weniger Gehalt erhalten als ihre männlichen Kollegen, häufiger den Haushalt übernehmen und eher bereit sind, ihre Karriere für die Kinder zu opfern als Männer. Doch sind diese durchaus realen Gegebenheiten ein Beweis für fehlende Gleichberechtigung? Kann man ernsthaft den Männern die Schuld daran geben, dass so manche Frau ihre Zeit lieber mit ihren Kindern im Park verbringt, als in langen Meetings über immer die immer gleichen Themen zu diskutieren? Ist es richtig, die Männer zu verurteilen, weil sie vielfach ein ausgeprägteres Karrierebewusstsein besitzen?

Doch statt über den freien Willen von Mann und Frau zu philosophieren, widmet man sich in der Politik eher Reformen. Frauen müssen gefördert werden! Dieses hehre Ziel führt dazu, dass die politischen und moralischen Köpfe in ihrem Eifer meinen, schnellstmöglich Lösungen hervorbringen zu müssen. Das Resultat sind – wie so oft – Gesetze und Regelungen, die weit in das Leben der Menschen eingreifen. Das bekannteste Beispiel für den politisch erzwungenen Handlungsbedarf sind Quoten. Eine Quote – z. B. die Frauenquote – soll die gewünschte bzw. für angemessen empfundene Vertretung einer Teilgruppe in einer Gruppe bewirken.

Doch was bringt uns eine Frauenquote? Als Frau könnte man nun sagen: „Toll, ich werde bevorzugt!“ und sich darüber freuen, dass man in höhere Positionen gehievt wird. Doch langfristig braucht jeder Mensch Anerkennung für seine Leistung. Der Aufstieg in eine Position sollte diese Anerkennung leisten. Beruht er aber auf dem Geschlecht der Person, führt dies in eine Sackgasse. Denn das eigene Geschlecht ist zwar ein Merkmal, aber selten eine Eigenleistung. Wenn es jedoch zu einem Kriterium für die eigene Karriere wird, hat dies einen verzerrenden Effekt. Eine Frau kann sich plötzlich nicht mehr sicher sein, ob sie gewählt wurde, weil sie in der Vergangenheit gute Leistungen erbracht hat, oder weil sie zufällig ein X-Chromosom mehr besitzt. Die Quote entfaltet ihre erdrückende Wirkung. Frauen, die die Karriereleiter erklimmen, werden plötzlich als Quotenfrauen wahrgenommen und nicht als das, was sie vielleicht sind: Kompetente Kollegen. Das schafft unnötigen Neid und Frustration. Gleichzeitig führt die Quote dazu, dass in vielen Organisationen Frauen auf Positionen gesetzt werden, für die sie noch nicht ausreichend qualifiziert sind. Und dies nur, damit Unternehmen – wie auch insbesondere Parteien – Anschuldigungen der Frauenfeindlichkeit entgehen können. Dass diese scheinbare Frauenfreundlichkeit mehr Schaden anrichten kann, als sie Vorteile erbringt, wird dabei vollkommen außer Acht gelassen.

Doch wieso wird dennoch auf diesen Quoten beharrt? Der Grund ist simpel. Die Befürworter der Frauenquote sehen die Frauen auch heute noch in der Opferrolle. Frauen muss geholfen werden! Denn aus eigener Kraft sind sie nicht fähig, das Leben im 21. Jahrhundert zu bewältigen. Die Frau, das Opfer. Der Mann, der Täter.

An dieser Stelle wird deutlich, dass die wahre Diskriminierung nicht durch die Männer als solches stattfindet. Vielmehr findet sie durch die Personen statt, die die Loslösung von Geschlechterrollen predigen, selber aber noch in einem Gedankengefängnis aus Klischees gefangen sind. Doch Frauen brauchen keine Quoten. Sie sind keine naturgegebenen Opfer. Mit Quoten diskriminiert man die Frauen ebenso wie auch die Männer.

Jede Position erfordert Kompetenzen. Ein System, welches diese Kompetenzen ignoriert und stattdessen nach Geschlechtsmerkmalen selektiert, ist irrsinnig und führt nicht zu den bestmöglichen Ergebnissen. Dabei ist vollkommen irrelevant, ob das favorisierte Geschlecht männlich oder weiblich ist. Das ist auch den meisten Arbeitgebern, Wählern und Kollegen bewusst. Wieso verlassen wir uns nicht auf ihren Sachverstand, statt uns dem Allheilmittel der Quoten hinzugeben?

Besonders unsere Generation sollte sich aus den Zwängen veralteter Denkmuster befreien. Das Bild des exklusiven Gentlemen’s Club ist veraltet und heute bestenfalls ein Überbleibsel elitärer Fantasien einiger Selbstdarsteller und Gernegroße.

Wir Frauen und Männer von heute sind emanzipiert genug, auch ohne Quoten unseren Weg beschreiten zu können.

Sahba Afradi (25) ist Bachelor-Politikwissenschaftlerin, studiert im Master Politische Kommunikation und ist Vorsitzende der Liberalen Hochschulgruppe an der Uni Bielefeld (LHG) sowie kooptiertes Mitglied des LHG-Bundesvorstands.

13. Mai 2010

Gegen die Ausschließeritis

Die Jungen Liberalen in Bielefeld wenden sich gegen die Haltung der FDP, nach der ‘Ampel’-Koalitionen aus SPD, Grünen und Liberalen auf Bundes- und Landesebene nicht in Frage kämen. “Das ständige Ausschließen bestimmter Koalitionen muss endlich ein Ende haben, sonst geht hier irgendwann gar nichts mehr”, äußerte sich Florian Sander, Kreisvorsitzender der JuLis Bielefeld. Aus parteitaktischen Erwägungen in die Opposition zu ziehen, habe möglicherweise zur Folge, dass Kommunisten in NRW mitregieren. Dies müsse die FDP zur Not auch mit einer ‘Ampel’ verhindern, selbst wenn es sie Wählerstimmen kosten könnte. “Erst kommt das Land, dann die Partei. So muss das Credo lauten”, forderte der Jungliberale.

Selbstverständlich gebe es in vielen Punkten beträchtliche Differenzen zu SPD und Grünen. Dies dürfe aber nicht zu einer dauerhaften Verweigerungshaltung führen. “Die Bürgerinnen und Bürger haben dafür auch kein Verständnis. Sie empfinden dies zurecht als infantil”, betonte Sander.

2. Mai 2010

JuLis kritisieren Matthi Bolte

Die Jungen Liberalen Bielefeld reagieren auf die Forderungen des  NRW-Landtagskandidaten Matthi Bolte (Grüne) zur Innenpolitik mit  scharfer Kritik. Bolte sieht den Bedarf, bei der Polizei “ein Kritik- und Beschwerdemanagement” einzuführen. “Die Grünen wollen damit also wieder einmal den Täterschutz vor den Opferschutz stellen”,  kritisierte Florian Sander, Kreisvorsitzender der JuLis.

Bolte hatte sich ferner für eine “individuelle Kennzeichnung der  Beamten” ausgesprochen, die seiner Meinung nach zu “mehr Transparenz” führe. Der Jungliberale dazu: “Matthi Bolte scheint des öfteren zu vergessen, dass es nicht die Polizei ist, die die Sicherheit bedroht, sondern die Kriminellen.” Für einen Landtagskandidaten sei solch eine Haltung sehr bedenklich. “Die Arbeit der Polizei ist schon schwierig genug. Da sollte die Politik ihr nicht noch in den  Rücken fallen”, so Sander.