Junge Liberale Bielefeld

Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat, 18.30 Uhr, Kreisgeschäftsstelle, Prinzenstr. 14

21. Juni 2008

Innovations-Kongress Schule+Bildung der FDP NRW

 ”Größtmögliche Schulautonomie” und Persönlichkeiten in den Schulen forderte der Vorsitzende der FNSt, Dr. Wolfgang Gerhardt, auf dem Innovationskongress der FDP Nordrhein-Westfalen zum Thema Bildung und Schule am 21.06.2008 in Neuss und damit Kernpositionen der JuLis. Sein Eingangsstatement leitete neben den Grußworten des stellv. Ministerpräsidenten Pinkwart und des Gastgebers, dem Geschäftsführer der Internationalen Schule am Rhein in Neuss, die drei Themenforen ein. Ständig begleitet wurde die Veranstaltung von Generalsekretär der FDP NRW, Christian Lindner (siehe Foto), der sowohl durch eine hohe Fachkompetenz als auch durch eine Offenheit gegenüber den Meinungen der Podienteilnehmer sehr positiv auffiel.

Im ersten thematischen Forum ging es um die Lehreraus- und Weiterbildung. Hier stellte Staatssekretär Stückradt einige Bestandteile des neuen Gesetzentwurfes zur Lehrerausbildung vor, unter anderem den höhreren Praxisbezug im Studium und das Fortbildungssemester für LehrerInnen alle 10 Jahre.  Professor Törner (Foto) warb für ein Bench-Marking von (seinen) Fortbildungskursen und eine stärkere Verzahnung von Schule und Hochschule. Der Münsteraner Herbert Woestmann forderte eine verbesserte Schüler-Lehrer-Relation und mehr bilinguale Angebote ein.

 

Nach einer Mittagspause begann mit dem zweiten Forum die wohl unterhaltsamste Vorstellung. Zur Schulstruktur lieferten sich die Professoren Bos, Lehmann, Neumann und Dollase (letzterer aus Bielefeld) ein Wortgefecht und stellten ihre Studien, die Argumente sowohl für die Einheitsschule als auch das gegliederte Schulsystem lieferten, sehr witzreich und zum Teil reichlich unwissenschaftlich vor.  Dollase (Foto) spielte dabei die Rolle des “Spielverderbers”, der mit seinen psychologischen Argumenten darstellte, dass die Schulstruktur nur ein (unbedeutender) Einfluss von ganz vielen auf die Leistung von Schülern ist. Damit zeichnet er indirekt die Bundesbeschlusslage der JuLis aus, die eben dieses Ende der ideologischen Schulstrukturdebatte fordert.

 

Die letzte Gesprächsrunde, die ebenso wie die anderen keine sehr umfangreiche Zuschauerbeteiligung aus Zeitgründen zuließ, beschäftigte sich mit der Qualitätssteigerung am Gymnasium. Begabungsforscher Mönks sowie  Philologenchef Meidinger (Foto) und Oberstudiendirektor Werner Otto beschwerten sich hauptsächlich über die schlechten Umstände, die zu viele Arbeit, die zu schlechte Bezahlung der LehrerInnen sowie die mangelnden Einflüsse der Schulen bei der Gestaltung, ohne in den Blick zu nehmen, dass genau der letzte Punkt bereits durch die schwarz-gelbe Landesregierung umgesetzt wurde und an den anderen ebenfalls gearbeitet wird.

Grundsätzlich ist ein Kongress derart zu befürworten, jedoch sind drei so umfangreiche Themen zu viel für eine Veranstaltung von 10.30-16.00 Uhr. Dennoch ist die anfangs schon erwähnte Offenheit der Ohren der Politik gegenüber den Praktikern und Experten sehr lobenswert.

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